Design als Entwurf von Zukunftsvisionen wird zunehmend als Kompetenzfeld wahrgenommen, welches den Prozess der Transformation unserer Lebensweisen im 21. Jahrhundert kritisch analysiert, visionär mitgestaltet und demokratisch vermittelt. Horst W. J. Rittel (1930-1990) hat die Probleme und das Lösungsverhalten von Planern, Architekten und Designern seit den 1960er Jahren zum Gegenstand seiner Forschung gemacht. Seine Erkenntnisse haben das theoretische Fundament für das gelegt, was heute als „Design Thinking“ firmiert.
Im Zentrum steht die Erkenntnis, dass sich Planungs- und Entwurfsprobleme immer wieder auf „bösartige“ Weise der Behandlungsmethodik entziehen, die von den Wissenschaften angeboten wird. Rittels Verdienst ist es, den sowohl transdisziplinären als auch politischen Charakter von Planungs- und Entwurfsproblemen erkannt und dafür theoretische Konzepte und ein methodisches Repertoire entwickelt zu haben. Er hat zudem die zentralen Argumente für die Eigenständigkeit der „Wissenschaften des Künstlichen“ entwickelt. Seine Gedanken sind für die Praxis aller mit aktuellen und zukünftigen Veränderungsprozessen befassten Disziplinen relevant und werden in dieser Neuausgabe seiner wichtigsten Schriften endlich wieder zugänglich gemacht.
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